Preisträger der 10. Flensburger Kurzfilmtage
Publikumspreis: Glebs Film Christian Hornung
(1000 Euro, gestiftet von Starke & Partner Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung)
Bester Spielfilm: Thomas, Thomas Corinna Liedtke
(1000 Euro vom Flensburger Kurzfilmtage e.V.)
Bester Dokumentarfilm: Ali sein Garten Undine Siepker
(1000 Euro vom Flensburger Kurzfilmtage e.V.)
tricky: Lebensader Angela Steffen
(ein MacBook pro, gestiftet von pc:maq GmbH)
Förderpreis für die beste Filmemacherin:
Teheran Kitchen Pola Schirin Beck
(250 EUR von der Gleichstellungsstelle der FH Flensburg + IPod touch von pc:maq)
Nachwuchspreis:
Kaffee un Kippen Jana Magdalena Keuchel, Daniel Wacker
(500 Euro gestiftet von ComLine Multimedia Distribution)
Depositum:
Walhalla Urte Alfs
(ipad gestiftet von Apple)
Ebenfalls übergeben wurde der Preis unseres Kooperationspartners Orion. Auf der Internetseite www.6punkt6.de konnte das Publikum den besten Erotischen Film wählen.
6punkt6 Award 2010:
Stumm ist Trumpf Kim Nghuyen
(1000 Euro von Orion Versand)
Herzlichen Glückwunsch! Ein großes Dankeschön an alle Teilnehmer, Gäste und Mitwirkenden.

- Christian Hornung

- Urte Alfs

- Jana M. Keuchel
Begründungen der Jury
Thomas, Thomas (Spielfilm)
Corinna Liedtke ist es gelungen, die Jury hoch erfreut und verwirrt zugleich zu hinterlassen. Auch die Auswahlkommission war sich wohl nicht ganz sicher, wie dieser Kurzfilm zuzuordnen wäre und bietet ihn im Festivalkatalog unter ‚Sonstiges’ an.
Die Jury hat sich entschlossen, die Fake Doku als Spielfilm zu sehen. Dies fiel ihr umso leichter, als der Schauspieler des Wolfgang Weber, Stadtarchivar in Castrop-Rauxel, so überzeugend und zur Identifikation einladend agiert, dass man ihm auch noch unwahrscheinlichere Hypothesen abzunehmen bereit wäre.
Wir akzeptieren denn also, dass der indische Unternehmer Thomas Vallomtharayil die Wiedergeburt des philantrophischen Unternehmers Thomas Mulvany ist. Der indische Christ glaubt nicht recht daran, aber da es der weise Yogi für gut möglich hält…
Dank an Corinna Liedtke für 14 Minuten vorzüglicher Unterhaltung.
Ali sein Garten (Dokumentarfilm)
Der Dokumentarfilm „Ali sein Garten“ von Undine Siepker führt uns mitten hinein in eine Kleingartenidylle im Ruhrgebiet, um uns das Staunen zu lehren. Hier leben koreanische, türkische und ostpreußische Migranten Zaun an Zaun. Mit argwöhnischem Interesse und auch nicht ganz neidlos wird jeweils verfolgt, was sich beim Nachbarn so tut. Und so passiert es, dass auf einmal im deutschen Garten japanische Bäume gedeihen und bei der koreanischen Grillparty Würste mit Stäbchen verzehrt werden.
Mit wunderbarer Leichtigkeit und Humor zeigt der Film, dass sich in dieser Schrebergartenkolonie längst vollzogen hat, was Politiker neuerdings gerne lauthals einfordern: Integration. Die Kulturen der Kleingärtner vermischen sich, ohne dass sie ihre Fremdheit einbüßen, und es zeigt sich, dass diese Fremdheit für alle bereichernd ist. So ist der Regisseurin nicht nur ein kluger und unterhaltsamer Dokumentarfilm gelungen, sondern ganz nebenbei (und das ist das Schöne) auch noch ein gesellschaftspolitisches Statement.
Lebensader (Animation)
Ein kleines Mädchen entdeckt für sich die Komplexität der Welt.
Schön wäre es ja, wenn in den Adern des Blattes nur die lichte, schöne, lebensvolle Seite verborgen wäre, aber es gibt da auch gleichgewichtig und gleichsam verborgen das Dunkle, Aggressive, kaum Beherrschbare.
Die Perspektive wechselt: Nach einer monochromen Rotblende sehen wir alle Elemente vereint in einem mal finster, mal neutral, mal entspannt dahin galoppierenden Fabelwesen. Der Rhythmus ist der unseres Pulses.
Angela Steffen hat in ihrem Abschlussfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg für sich einen Stil gefunden, beherrscht ihre Formensprache und hat etwas Gewichtiges in leichter und schöner Form mitzuteilen
Teheran Kitchen (Gleichstellung)
Der Förderpreis für die beste Filmemacherin der Flensburger Kurzfilmtage 2010 geht an Pola Schirin Beck für den Dokumentarfilm "Teheran Kitchen". Die Filmemacherin begleitet darin die Männer und Frauen vor und hinter den Kulissen einer Teheraner Mensa mit der Kamera. Köche und Küchenhilfen, aber auch Studentinnen und Studenten in ihren nach Geschlechtern getrennten Speisesälen schenken der Filmemacherin ihr Vertrauen und sprechen offen und kritisch über ihr Leben und - natürlich - das Essen. So wird das Neben- und Miteinander der Geschlechter im Iran unkommentiert und scheinbar nebensächlich zum eigentlichen Thema des Films, der dadurch besondere Beachtung verdient.
Kaffee un Kippen (Nachwuchs)
Den beiden jungen Filmemachern Jana Magdalena Keuchel und Daniel Wacker ist es gelungen, mit geringem technischen wie finanziellen Aufwand, dafür aber mit umso mehr Kreativität, Humor und Experimentierfreude einen ebenso fantasievollen wie kurzweiligen, zugleich aber auch in sich schlüssigen Film zu realisieren. Daher geht der Nachwuchs-Preis der Flensburger Kurzfilmtage 2010 an den Film "Kaffee un Kippen".
Walhalla – Gebet einer Jungfrau (Depositum)
Die Aufgabe des Depositum-Wettbewerbs bestand darin, dokumentarisches Super-8-Material von den Bauarbeiten auf der Flensburger Fußgängerzone aus dem Jahr 1976 zu einem eigenen Film zu verarbeiten.
In „ Walhalla – Gebet einer Jungfrau“ hat Urte Alfs das Farbmaterial in Schwarz-Weiß umgewandelt und mit einer Klaviermusik kombiniert, die für die Begleitung von Stummfilmen verwendet wurde. Durch die kunstvolle, stark rhythmische Bild- und Tonmontage gewinnen die dokumentarischen Baustellen-Bilder eine poetische Kraft, die an die frühen Filme des russischen Dokumentarfilmpioniers Dziga Vertov denken lässt. Entstanden ist ein Filmgedicht, das uns Augen und Ohren öffnet und lange nachwirkt. Was kann man Besseres über einen Film sagen?
In der Jury: Alexandra Gramatke, Manfred Behn, Michael Fuhrs





