Preisträger

9 Preise wurden im Rahmen der 16. Flensburger Kurzfilmtage vergeben:

Die Publikumspreise gingen an

  • "Bei Wind und Wetter" von Remo Scherrer im Deutschen und
  • "Skyggen" von Anders Jon Pedersen im dänischen Wettbewerb

Die Jury bestehend aus Rosa Hanna Ziegler, Hajo Schäfer und Achim Englert vergab die begehrten Trophäen an:

  • "La Cigale et la Fourmi" von Julia Ritschel (Fiktion)
  • "CHRIST/EL" von Andreas Grützner (Non Fiktion)
  • "Youme knows what meyou wants" von Mona Keil (Animation)
  • "The Meadow" von Jela Hasler (Wagnis)

Alle Preise sind mit 1.000 Euro dotiert! Herzlichen Glückwunsch den Preisträgern!

Im Plattdeutschen Trailerwettbewerb wurden folgende Filme ausgezeichnet:

  • Platz 1: "Wuddeln" von Sakarija Mazaoui, Jannik Mentzel, Gabriel Schlegelberger (500 Euro)
  • Platz 2: "Watt" von Mads Wollesen , Patrick Nagler, Amar Badraldeen (300 Euro)
  • Platz 3: "Fiete" von Julia Schenk, Philip Drenckhahn (200 Euro)

Die Begründungen der Jury

Bester fiktionaler Film: La Cigale et la Fourmi
Zwei Frauen und ihre heimliche Liebe...

Durch eine gekonnte, bemerkenswerte Inszenierung schafft es die Regisseurin die Gefühlswelt der Protagonistin uns auf eine sehr eindrückliche Art undWeise nahe zu bringen. Die emotionale Verstrickung der beiden Frauen wird mit einer großen Leichtigkeit erzählt und gipfelt in einer Authentizität, die neben der Regiearbeit der herausragenden Bildgestaltung zu verdanken ist.Die Geschichte entwickelt einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann.
Das Zerwürfnis der beiden Frauen und das Scheitern ihrer jungen Liebegeht über das Genderthema hinaus und hinterlässt einen Nachhall, der lange bleiben wird.Wir fiebern mit und hoffen, dass die Geschichte ein gutes Ende nehmen wird, auch wenn das Dilemma schnell absehbar ist.

Bester non-fiktionaler Film: Christ/el
In Christ/el erzählt der Filmemacher Andreas Grützner ein Stück seiner eigenen Familiengeschichte. Zu seiner Konfirmation im Jahr 1975 kauft ersich eine Super-8-Kamera und filmt drei Jahre lang alles, was sich um ihn herum bewegt. Ohne sich der Tragweite seiner Aufnahmen bewusst zu sein, bildet er eine entscheidende Zeit in seinem Leben ab, in der sich alles verändert: Äußeres Aussehen und innere Einstellung, seinVerhältnis zu Eltern und Schwester und nicht zuletzt seine Beziehung zuGott. Heute, 40 Jahre später, verbindet der Filmemacher das alte
Filmmaterial virtuos zu einem lakonischen, fast nüchternenFamilienporträt, das erst auf den zweiten Blick Hinweise gibt über geistige Enge und Restriktion innerhalb dieser freichristlichenFamiliengemeinschaft. Christ/el wirkt auf uns wie die Exposition zu einem großen, abendfüllenden Dokumentarfilm. Der frühe Auszug der Schwester, die Psychose des Vaters, der plötzliche Glaubensverlust derMutter. Das alles macht uns neugierig, lässt Fragen offen. Wir - undvielleicht auch die Zuschauer - möchten mehr erfahren über Andreas und seine außergewöhnliche Familiengeschichte.

Bester Animationsfilm: „Youme wants what meyou wants“

„Youme knows what Meyou wants“ ist ein ungewöhnlicher Animationsfilm! Ausgangsmaterial ist Tonerde. Mit Hilfe aufwändiger Stopmotion-Technik formt die Regisseurin Mona Keil daraus Körper, die in ihrer Bewegung stimmig bleiben. Wir werden eingenommen von einem großen sinnlichen Eindruck. Der herausragende Umgang mit Material und Filmtechnik zeugt von hoher künstlerischer Ambition, die wir sehr gerne prämieren möchten mit Blick auf weitere Werke der Regisseurin.

Wagnis: The Meadow
Die schweizer Filmemacherin Jela Hasler wagt sich auf die Golanhöhen, an der Grenze zwischen Israel und Syrien. Mitten im Nichts stellt sie ihre Kamera auf eine Kuhweide und beginnt zu filmen.  Ihr knapp 9-minütiger Dokumentarfilm The Meadow erzählt in eindrücklichen, atmosphärischen Bildern von einem Konflikt, der zunächst eher zu spüren als zu sehen ist.Denn die Idylle trügt, die Kühe stehen auf einem konfliktbeladenenBoden, der von beiden Ländern für sich beansprucht wird. Nach und nach werden Details sicht- und hörbar, die auf eine bewaffnete Auseinandersetzung verweisen: Wir sehen einen vorbeifahrenden Panzertransport, ein Schild, das vor Minen warnt, eine Detonation ist zuhören, dann Rauch zu sehen. The Meadow ist für uns einer der stärksten kurzen Dokumentarfilme, die uns in diesem Jahr begegnet sind.